Attentäterinnen tragen Terror nach Moskau, Fahndung nach Komplizen
Zwei Frauen sprengen sich in Moskaus Metro in die Luft. Für die Polizei führt die Spur eindeutig in den Nordkaukasus.
Die beiden Attentäterinnen, die am Montag 39 Menschen mit in den Tod gerissen hatten, wurden identifiziert. Die Bluttat löste weltweit Empörung aus.
Nach dem Doppelanschlag auf die Moskauer U-Bahn mit mindestens 39 Toten und mehr als 60 Verletzten fahnden die russischen Behörden nach den Drahtziehern der Tat. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, der Geheimdienst FSB habe die Identität der beiden Selbstmordattentäterinnen festgestellt, die sich am Montagmorgen im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt hatten.
Um 07:56 Uhr Ortszeit detonierte in der Station Lubjanka – direkt neben dem Sitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB – der erste Sprengsatz. 44 Minuten später krachte es erneut. Diesmal ging in der Station “Kulturpark” ein Sprengsatz hoch. Insgesamt wurden 39 Menschen getötet und mindestens 70 weitere verletzt.
Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow berichtete schon bald nach der Tat von zwei Selbstmordattentäterinnen. Sogenannte “Schwarze Witwen” hatten in den vergangenen Jahren schon mehrere blutige Anschläge verübt.
Die Frauen trugen offenbar Sprengstoffgürtel und hatten noch Schlimmeres beabsichtigt: Zur Tatzeit war die Masse der Moskauer auf dem Weg zur Arbeit. Beide Stationen liegen mitten im Zentrum und gehören zu den meistbefahrenen. Zudem steigen hier täglich etwa 300.000 Menschen um.
Experten machten zwei Dinge sofort stutzig: Beide Bahnhöfe liegen auf der sogenannten roten Linie, knapp einen Kilometer vom Kreml entfernt. Und beide Anschläge verliefen nach dem gleichen Schema. Die Sprengsätze – drei bzw. 1,5 Kilo schwer – wurden gezündet, als die Züge anhielten und sich die Türen automatisch öffneten. Daher wurden sowohl Reisende als auch Wartende auf dem Bahnsteig getötet und verletzt.
Außerdem seien mit Hilfe von Überwachungskameras zwei mutmaßliche Helferinnen identifiziert worden, die die Täterinnen begleitet haben sollen. Die Frauen und ein möglicher dritten Helfer würden gesucht. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. FSB-Chef Alexander Bortnikow machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich, in denen die russische Regierung hart gegen Separatisten vorgeht. Außenminister Sergej Lawrow brachte eine Verbindung der Täter zu islamistischen Terroristen aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ins Spiel.

